Start
Kontakt
Impressum
Freie Wählerschaft Grassau
24.11.2017

Gewerbegebiet und Bauvorhaben Biomassehof diskutiert

Von: Tamara Eder

Angebot der FW und UGL sehr gut angenommen

Das Angebot von Freien Wählern und UGL sich über das aktuelle politische Geschehen in Grassau zu informieren, nahmen viele Bürger im Gasthof "Zur Post" wahr. Besonderes Agenmerk galt den Planungen Gewerbepark Grassau und Gewerbegebiet an der Adersbergerstraße Rottau.

Unter dem Motto "Informieren und Diskutieren" organisiert von den Marktgemeinderäten der Freien Wähler und der "Unabhängigen Grassauer Liste" wurde berichtet, dass die Eröffnung des Wertstoffhofes noch in diesem Jahr erfolgen soll und das geplante Seniorenheim vorerst nicht zustande kommt. Wie Mehdi Akbari (UGL) erklärte, liege das Bauvorhaben im Überschwemmungsgebiet Tennbodenbach und wurde vom Landratsamt abgelehnt. Die Antragsteller haben nun einen Anwalt eingeschaltet.

Auf das Vorhaben des Biomassehofs ging Dr. Winfried Drost (UGL) ein. Der Biomassehof habe das Grundstück mit drei Baurechten neben dem Aldi-Markt erworben. Hier soll ein Bürogebäude mit Flachdach und pyramidenartigem Glasaufbau entstehen. Drost berichtete, dass eine Unterschriftenliste mit der Bitte dies zu unterbinden und stattdessen einen Park zu realisieren eingegangen sei. Dies sei aber nicht möglich, da hier Baurechte vorhanden sind. Folglich könne auch ein Spielplatz nicht entstehen. Eine mögliche Lärmbelästigung kann Drost nicht erkennen. Vielmehr kann der Bereich als Puffer zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet betrachet werden. Auf den beiden weiteren Parzellen sei bislang keine Nutzung vorgesehen. Gegen ein Bürogebäude sei nichts einzuwenden, meinte Marco Diesing. Der Anwohner befürchtet aber, dass auf den beiden verbleibenden Parzellen eventuell lärmintensivere Projekte realisiert werden. Er regte an, die geplatnen Stellplätze des Bürogebudes nach Norden zu verlegen. Dies würde ebenfalls den Lärm reduzieren.

Zum Baugebiet an der Adersberger Straße in Rottau erklärte Hans Genghammer (FW), dass hierfür zunächst eine Vorplanung diskutiert wurde. Diese sehe ein Gewerbegebiet von 10.000 Quadratmetern, ein Mischgebit von 5.500 Quadratmetern sowie ein Wohngebiet mit acht Bauparzellen vor. Zwei Rottauer Betriebe wollen aus dem Innenbereich aussiedeln und dort bauen. Wie Sepp Grießenböck (FW) hinzufügte sollen die Grundstücke im Wohngebiet kleiner werden um eine weitere Parzelle zu ermöglichen. Scharf wurde dieses Vorhaben von Wolfgang Hinterbichler kritisiert. Seiner Ansicht nach sollten bei den Tennisplätzen weitere Gewerbegebiete folgen und nicht am Ortseingang von Rottau. Dr. Drost stellte klar, dass beide Betriebe wichtig für Grassau seien, diese aber keine andere Möglichkeit der Aussiedlung haben. Man müsse abwägen, was wichtiger sei, Arbeitsplätze erhalten oder die grüne Wiese. Andi Hafner brachte den Gewerbepark ins Spiel. Hier wäre Platz, da Gewerbetreibende abwandern. Sollten sich aber keine Interessenten für die Gewerbeflächen finden, könnte sich der Investor ein Recht auf noch mehr Wohnbebauung ableiten. Hafner schlug vor mit den drei Investoren und nicht nur mit der Immobilienfirma zu sprechen. Er sprach sich gegen den Flächenverbrauch auf der grünen Wiese in Rottau aus, während im Gewerbepark Flächen vorhanden seien. Winfried Drost bemängelte die fehlende Kooperationsbereitschaft der Investoren. Die UGL habe vorgeschlagen diesen Bereich als "Sanierungsgebiet" untersuchen zu lassen. Hans Genghammer fügte an, dass in Grassau sehr wohl Wohnungen gebraucht werden. Die Frage sei wie viele. Mehdi Akbari erläuterte die Planung für das über 60.000 Qudaratmeter große Gebiet, wobei die Gemeinde mehr Gewerbegebiet und weniger Wohngebiet fordert. Er informierte, dass ein Beirat, der sich speziell mit diesem Projekt beschäftige, gegründet wurde. Franz Pletschacher bedauerte, dass gute Firmen aus dem Gewerbepark wegziehen, weil die Preisvorstellungen der Investoren zu hoch seien. Irgendwann werde sich die Frage nach einem weiteren Gewerbegebiet stellen, vermutet der Bürger. "Man darf sich nicht erpressen lassen, denn wenn dieser Investor abspringt komme der nächste", sagte er. Laut Hans Genghammer wurden die Investoren zum Treffen des Ortsentwicklungsbeirats eingeladen, kamen jedoch nicht. Mehdi Akbar betonte, dass die Gemeinde ein Gesamtkonzept haben möchte. Sepp Grießenböck meinte, dass sie die drei Investoren, die Immobiliengesellschaft mit den beiden weiteren, abstimmen müssen. Hans Genghammer fügte an, dass die Gemeinde einen Rechtsbeistand hinzuziehen sollte. Monika Zensen hält die Angelegenheit Gewerbepark für eine "gefährliche Sache". Sie meinte, die Gemeinde sollte den Gewerbepark kaufen. Hier könnte sich eine "wahnsinnige Erpressung" abzeichnen, betonte sie. "Wir müssen Mut haben, nein zu sagen, auch wenn sich ein paar Jahre hier nichts ändert", betonte Akbari. Seiner Ansicht nach habe die Gemeinde bereits verloren, da einige Firmen den Standort Grassau schon verlassen haben.

Weniger strittig war das Thema Schule und Turnhalle. Sepp Grießenböck informierte über die neuesten Planungen. Hans Genghammer stellte abschließend noch die Einzelhandelsstudie vor. Die Kernaussage sei hierbei, dass der Ortskern massiv gestärkt und in das neu entstehende Gewerbegebiet nur bestimmte Sortimente zugelassen werden dürfen. Schli9eßlich fragte Monika Zensen noch nach dem fehlenden Radweg von Mietenkam nach Übersee. Diese Strecke werde von vielen Schülern genützt. Auf diesen fehlenden Radwegabschnitt hat die Grassauer Gemeinde jedoch keinen Einfluss.